Auf gleicher Augenhöhe.
Johanna Ott ist mit Assistenz aufgewachsen, zuerst in Deutschland, dann in Kanada und ab ihrem 16. Lebensjahr in der Schweiz. Sie besuchte die Waldorf-Schule, konnte in Zürich mit Hilfe eines Assistenten eine Ausbildung in Sterbebegleitung machen, wofür sie sich seit vielen Jahren interessiert, und lebt seit vielen Jahren in einer selbst gemieteten Wohnung mitten in Zürich mit einer selbst ausgesuchten nicht-behinderten Mitbewohner:in. Um Johanna Ott herum gelang es in den vergangenen neun Jahren aufgrund der grosszügigen Unterstützung vom Verein JAG Suisse, vieles modellhaft aufzubauen, wovon andere nun profitieren können. JAG Suisse gilt als Vorläufer des Vereins «leben wie du und ich» und wurde ebenfalls von Annette Paltzer gegründet. Hier wurde dieses Modell weiterentwickelt und für weitere Menschen zugänglich gemacht. Johanna lebt in grossen Zügen selbstbestimmt mit Unterstützung ihres sechsköpfigen Assistenz-Teams. Die Bewerbungsgespräche hat sie selbst geführt und die Auswahl der Assistierenden selbst getroffen. «Das ist sehr wichtig», sagt sie, und beschreibt, worauf sie Wert legt: «Ich achte darauf, wie sie auf mich eingehen, ob sie meine Privatsphäre respektieren. Zudem ist mir enorm wichtig, ob eine Assistent:in auf gleicher Augenhöhe mit mir kommuniziert und ob sie gute Gesprächspartner sind.» Dann erzählt sie von einem Assistenten, mit dem sie eine tiefe Freundschaft verband. Er begleitete sie auf Reisen nach Griechenland, Italien und Thailand. «Dass er nicht immer nur die Behinderung sah, war wunderbar.»
«Schreiben ist wie Fliegen»
Entdecken Sie das Buch von Johanna Maria Ott, das im Rahmen unseres «Künstlerischen Arbeitsateliers» entstanden ist. Ein starkes Werk über das Leben, die Kunst und echte Selbstbestimmung.
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